Indische Currys

Der Ursprung des Begriffs „Curry“

Der Begriff „Curry“ kommt ursprünglich nicht aus Europa, sondern aus Südindien. Er leitet sich vermutlich vom tamilischen Wort „kari“ ab, das so viel wie „Soße“ oder „gewürztes Gericht“ bedeutet.

In Indien bezeichnet „kari“ generell ein Gericht, das mit Gewürzen zubereitet und meist mit einer flüssigen Komponente wie Wasser, Joghurt oder Kokosmilch serviert wird. Die britischen Kolonialherren übernahmen diesen Begriff im 18. und 19. Jahrhundert, passten ihn sprachlich an ihr Englisch an und machten daraus „curry“. In Europa wurde der Begriff schließlich auf alle indisch gewürzten Gerichte und Gewürzmischungen ausgeweitet, unabhängig von Region oder Zubereitungsart.

Da die Briten die indischen Currys nicht in allen Details nachvollziehen konnten und viele Gewürze in Europa schwer verfügbar waren, entwickelten sie eine angepasste Version: milder, standardisiert und einfacher zuzubereiten. Diese Variante wurde im 18. und 19. Jahrhundert in Großbritannien populär und auf Speisekarten und in Rezeptbüchern als „curry“ geführt. Die Gewürzmischung dazu ist auch unter dem Namen »English Curry« bekannt und wird auch bei uns in Deutschland verwendet.

Was ist Masala?

Masala bedeutet auf Hindi schlicht „Gewürzmischung“. Masala bezeichnet eine Kombination verschiedener Gewürze, die je nach Gericht, Region und Geschmack variieren kann. Man kann unterscheiden zwischen „Whole Masala“, also einer Gewürzmischung aus ganzen Gewürzen, und „Powdered Masala“, also gemahlen. Außerdem gibt es noch „Wet Masala“, also eine Mischung aus frischen Gewürzen und Kräutern.

Alle Gewürze werden zu Beginn der Zubereitung in Öl oder Ghee (geklärte Butter, hat einen höheren Rauchpunkt) erhitzt, um die Aromen zu aktivieren.

Welche indische Küche ist in Deutschland zu finden?

In deutschen Restaurants dominiert die nordindische Küche, die sich durch cremige Saucen, milde bis mittlere Schärfe und den häufigen Einsatz von Milchprodukten auszeichnet. Typische Speisen sind oft Currygerichte, Linsengerichte und Fladenbrote. Bekannte Gerichte sind z. B. Butter Chicken, Chicken Tikka Masala (die britische Version von Butter Chicken), Palak Paneer oder Linsen-Dal.

Die südindische Küche unterscheidet sich stark von der nordindischen: Sie ist oft leichter, schärfer, sauer-frisch und verwendet viel Reis, Kokos, Hülsenfrüchte und frische Kräuter. In Großstädten wie Hamburg oder Berlin finden sich vereinzelt Restaurants, die südindische Dosa verkaufen – ein dünner, knuspriger Pfannkuchen aus fermentiertem Reis- und Linsenmehl.

Die Basis von nordindischen Currys:

Im Zentrum steht meist ein Fett – traditionell Ghee oder neutrales Pflanzenöl. Darin werden zunächst ganze Gewürze wie Kreuzkümmelsamen, Senfkörner, Kardamom, Zimt oder Nelken angeröstet. Dieser Schritt (Tadka oder Tempering genannt) setzt die ätherischen Öle frei und bildet das aromatische Fundament des Currys.

Darauf folgt eine Zwiebelbasis, insbesondere in der nordindischen Küche. Fein gehackte Zwiebeln werden langsam gebräunt, bis sie süßlich und tief aromatisch sind. Ähnlich wie bei der Zubereitung von Gravy (Bratensoße). Anschließend kommen geriebener Ingwer und Knoblauch hinzu, die dem Curry Schärfe und Tiefe verleihen.

Als nächste Schicht folgen gemahlene Gewürze, häufig Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Chili oder die Mischung Garam Masala. Diese werden kurz mitgeröstet, damit sie ihr volles Aroma entfalten, ohne zu verbrennen.

Je nach Region bildet danach eine flüssige Komponente die Sauce:
In Nordindien oft Tomaten, Joghurt oder Sahne, in Südindien eher Kokosmilch, Tamarinde oder Linsen. Zum Schluss wird das Hauptprodukt – Gemüse, Hülsenfrüchte, Fleisch oder Paneer – in dieser Basis gegart und mit frischen Kräutern verfeinert.

Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, grüne Chilis und Tomaten sind daher Sinnbild für nordindische Currys.

Wie koche ich ein indisch inspiriertes Curry, wenn ich nur ein Currypulver habe?

Ein indisch angehauchtes Curry lässt sich unkompliziert auch mit nur einer Gewürzmischung zubereiten. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge, damit sich die Aromen gut entfalten.

Zunächst wird Öl erhitzt und eine fein gehackte Zwiebel darin goldbraun angebraten. Anschließend werden Knoblauch und Ingwer (beides fein gerieben) kurz mitgebraten. Danach folgt das Currypulver, das kurz im Fett angeröstet wird.

Als Basis dienen gehackte Tomaten, die einige Minuten köcheln. Danach werden Gemüse, Hülsenfrüchte, Paneer oder Fleisch hinzugegeben und in der Sauce gegart.

Zum Schluss mit Salz abschmecken und nach Belieben mit Joghurt, Sahne, Kokosmilch oder Zitronensaft verfeinern.

Ganze Gewürze und Curry-Mischungen bei VIOLAS’:

Bei uns finden Sie sowohl fertige Currypulver wie das »English Curry« oder auch fruchtige Varianten wie »Zitronen Curry«, »Erdnuss Curry« oder »Bananen Curry«.

Als Gewürz-Spezialist können unsere Kunden jedoch auch Einzelgewürze kaufen und nordindische Gerichte wie in den Restaurants zu Hause nachkochen. Ganzer Zimt, Kardamom, Gewürznelken oder Koriandersamen sind nicht nur für Weihnachten gut, damit lässt sich auch prima kochen.

Um unsere Einzelgewürze hervorzuheben, haben wir deswegen als Beispiel das nordindische Palak Paneer (Spinat-Curry mit indischem Weichkäse) gekocht. Es ist in Deutschland eines der beliebtesten Gerichte in indischen Restaurants (neben Butter Chicken) und ist komplett vegan/vegetarisch.

Passend dazu: VIOLAS’ »Indischer Beilagenreis«

Die Kombination von Süße und Herzhaftigkeit aus Gewürzen, edlem Basmatireis, Mandeln und Sultaninen macht diesen Reis zu einem leckeren Begleiter für indische Gerichte mit Fleisch, Gemüse, Käse oder Tofu.

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